Noilly Prat – der große französische Vermouth, Originalanzeige 1960
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Diese Anzeige für Noilly Prat inszeniert französische Genusskultur als urbane Selbstverständlichkeit. Ein Pariser Straßencafé, stilisierte Architektur, ein elegant gekleidetes Paar – alles wirkt beiläufig und zugleich sorgfältig komponiert. Der Vermouth erscheint nicht als Produkt, sondern als natürlicher Bestandteil eines kultivierten Moments.
Die Illustration verbindet Zeichnung und Grafik auf charakteristische Weise: locker, fast skizzenhaft, aber mit sicherem Gespür für Proportion, Blickführung und Atmosphäre. Die beiden Flaschen – Rouge und Dry – sind klar und sachlich dargestellt, als ruhender Pol innerhalb der Szene. Kein Überreden, kein Pathos. Nur Präsenz.
„Seit 1813“ fungiert dabei weniger als Werbeversprechen denn als stiller Verweis auf Herkunft und Kontinuität – typisch französisch, typisch selbstsicher.
Hintergrund & Einordnung
Noilly Prat zählt zu den traditionsreichsten Vermouth-Häusern Frankreichs. In den 1950er- und 1960er-Jahren verlagerte sich die Markenkommunikation zunehmend vom reinen Produktnutzen hin zu Lebensgefühl, sozialem Kontext und kultureller Verortung.
Diese Anzeige steht exemplarisch für diesen Wandel: Sie erzählt nicht, warum der Vermouth gut ist – sie zeigt, wo er hingehört. In die Stadt. In das Gespräch. In einen Moment zwischen Alltag und Genuss.
Grafisch ist das Blatt ein typischer Vertreter der französischen Werbeillustration der Zeit: leicht, erzählerisch, elegant unangestrengt.
Persönliche Einschätzung
Diese Anzeige hat mich sofort überzeugt, weil sie nichts beweisen will. Sie vertraut darauf, dass Stil erkennbar ist, ohne erklärt zu werden. Das Zusammenspiel aus Zeichnung, Typografie und Szene wirkt reif, souverän und sehr europäisch.
Für mich ist das ein Blatt, das besonders gut in ruhigen, kultivierten Interieurs funktioniert – Küche, Esszimmer, Barbereich oder Bibliothek. Kein lautes Statement, sondern ein Zeichen von Geschmack und Sinn für Zwischentöne. Genau diese Zurückhaltung macht ihren Reiz aus.