After 30 Volkswagens, Father Bittman still believes. Originalanzeige 1969. signature.edition
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Diese amerikanische Anzeige von 1969 gehört zu den stillsten, aber eindringlichsten Momenten der internationalen Automobilwerbung. Statt Geschwindigkeit, Technik oder Status zu inszenieren, erzählt Volkswagen hier eine Geschichte von Vertrauen, Verlässlichkeit und gelebter Erfahrung.
Im Zentrum steht kein Auto, sondern ein Mensch: Father Aloysius Bittman, Priester in North Dakota, der über Jahre hinweg mehr als dreißig Volkswagen fuhr. Die Bildsprache ist ruhig, beinahe kontemplativ – der Käfer vor einer kleinen Kirche, der Besitzer daneben, ohne Pose, ohne Pathos. Der begleitende Text verstärkt diesen Eindruck: kein Werbeversprechen, sondern eine Erzählung aus Schnee, Eis, Schotterstraßen und Alltag.
Diese Anzeige steht exemplarisch für die große US-Kampagne, mit der Volkswagen in den 1960er-Jahren das Prinzip der Glaubwürdigkeit über alles andere stellte. Sie wirkt nicht laut, sondern dauerhaft.
Hintergrund
Ende der 1960er Jahre hatte Volkswagen in den USA längst Kultstatus erreicht. Statt diesen Erfolg auszukosten, entschied man sich bewusst für eine Gegenposition: Werbung, die Zweifel zulässt, Geschichten erzählt und dem Leser Raum lässt.
„After 30 Volkswagens, Father Bittman still believes“ ist Teil dieser Strategie. Der Käfer wird nicht als perfektes Produkt dargestellt, sondern als verlässlicher Begleiter im echten Leben – inklusive Pannen, Reparaturen und kleiner Ärgernisse. Gerade dadurch entsteht Authentizität.
Diese Form des Storytellings gilt heute als Meilenstein der Werbegeschichte und beeinflusst Markenkommunikation bis in die Gegenwart.
Persönliche Einschätzung
Diese Anzeige gehört zu jenen Arbeiten, die mit den Jahren gewinnen, statt zu altern. Sie braucht keinerlei Erklärung, kein Vorwissen, keine Technikbegeisterung. Das Motiv funktioniert über Menschlichkeit, Ruhe und eine leise Überzeugungskraft.
Für mich ist das ein Paradebeispiel dafür, wie Werbung zur Erzählung wird – und warum der Volkswagen Käfer mehr war als ein Auto. Dieses Blatt wirkt nicht nostalgisch, sondern erstaunlich zeitlos. Genau darin liegt seine Stärke.